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Schlagen Sie Komplexität mit Flexibilität: Einblicke und Inspiration zu Corporate Innovation mit Dan Toma

Wie können globale Unternehmen große Herausforderungen im Bereich Innovation bewältigen? Qmarkets interviewte hierzu den einflussreichen Sprecher, Unternehmer und Co-Autor des preisgekrönten Buchs The Corporate Startup, Dan Toma. Er gab uns einen Einblick in seine einzigartige Perspektive hinsichtlich Ideenfindung, Geschäftstransformation und das aktuelle Innovationsklima.

Qmarkets: In der modernen Geschäftswelt werden mit dem Begriff „Innovation“ sofort verschiedene Fachausdrücke und Buzzwörter assoziiert. Als jemand, der ständig auf dem neuesten Stand ist, welches Buzzwort hassen Sie am meisten und warum?

Dan Toma: Buzzwörter haben oft eine dogmatische Nuance an sich. Man kann also sagen, dass ich alle Buzzwörter gleichmäßig hasse. Ich verstehe natürlich warum sie existieren und hasse weniger die Wörter selbst, als deren Verwendung. Ich finde die meisten Wörter sinnvoll, doch irgendwann werden sie einfach zweckentfremdet.

Die zwei Wörter, die ich am meisten vermeide, sind Ambidextrie (im Kontext von Unternehmensinnovation und -transformation) und Minimalprodukt (Minimum Viable Product – MVP).

Wenn ich von Ambidextrie spreche, denken die meisten Menschen sofort an „Innovatorendilemma“, „Suche vs. Realisation“. Dieser Zusammenhang zwischen „Ambidextrie“ und „Suche vs. Realisation“ setzt den Ablauf von Unternehmensinnovationen in ein falsches Licht. Die Leute denken dadurch, dass ein Teil der Organisation stillsteht, während ein anderer sich verändert. In Realität ist das ganz anders. Innovation und Veränderung laufen in jedem Teil der Organisation gleichzeitig ab. Oder so sollte es zumindest sein. Einige Teile können sich dabei schon schneller bewegen als andere (oder zumindest sollten sie das), wie beispielsweise ein Innovationslabor, die Innovationsabteilung selbst usw. Doch wir können nicht sagen, dass der operative Teil eines Unternehmens stillsteht oder gar nicht innovativ ist. Deren Innovation läuft einfach in einem anderen Tempo ab und arbeitet anders, und zwar inkrementell.

Auf die Probleme bei der Verwendung des Buzzwortes MVP möchte ich nicht wirklich eingehen. Aber eines möchte ich schon sagen, und zwar meine Definition von MVP: die kleinste Sache, die du bauen musst, um etwas zu lernen. Wenn ich also Leute sagen höre, „lass uns ein MVP machen“ oder „Wie würde das MVP aussehen?“, beginne ich die Konversation meist mit meiner Definition.

Qmarkets: Wenn du dir eine große Idee oder Lösung überlegen musst, wie kommst du in die „Ideation Zone“? Wo gehst du sozusagen hin und was machst du, um in den richtigen Gemütszustand zu kommen?

Dan Toma: Ich habe kürzlich ein interessantes TED-Gespräch zur Generierung neuer Ideen und / oder Lösungen von Problemen gesehen. Da wurde etwas anderes vorgeschlagen: Gehen. Das Gespräch war wirklich gut dokumentiert und sehr gut mit wissenschaftlichen Experimenten dargelegt, also musste ich es versuchen.

Und es funktioniert tatsächlich. Wenn ich also eine Lösung finden muss, gehe ich spazieren. Es muss nicht im Park oder um das Gebäude sein. Ein 10-minütiger Spaziergang auch im Büro erzielt bessere Ergebnisse als 10 Minuten hinter seinem Schreibtisch zu sitzen; zumindest für mich. Ich ermutige auch andere dazu. Also zu Ihrer Frage, es geht nicht so sehr ums wohin, sondern mehr um das Gehen selbst.

Qmarkets: Was sind Ihrer Meinung nach, die größten Hindernisse für Unternehmen, die nach Innovation suchen?

Dan Toma: Moderne Unternehmen sind komplexe Organisationen. Eine Liste von Hindernissen zu erstellen ist schwierig, da die meisten von ihnen branchen- und firmenspezifisch sind. Mit dem Risiko der Anschuldigung zu stark vereinfacht und verallgemeinert zu haben, würde ich die Standardisierung als eines der größten Hindernisse nennen. Die Standardisierung von Prozessen, KPIs und sogar vom Werdegang der Mitarbeiter schien eine Lösung für die notwendige Senkung der Kosten eines komplexen Systems zu sein. Kostenmanagement ist in jedem Unternehmen, unabhängig von seiner Größe, wichtig. Gerade börsennotierte Unternehmen achten besonders darauf, denn dieser Bereich ist ein wichtiger Bestandteil des Aktienkurses und letztlich eine wichtige Variable in der Berechnung der Formel des Aktionärswerts.

Das Umfeld moderner Unternehmen ist äußerst komplex und sprunghaft. Ein Ansatz der also Effizienz fokussiert, ist paradoxerweise ineffizient. In der Kybernetik besagt das Gesetz von Ashby: Die Komplexität eines Kontrollsystems muss gleich oder größer als die Komplexität des von ihm kontrollierten Systems sein. Hinsichtlich organisatorischen Designs und Management, muss die Denkweise verändert werden. Wollen sie also in der heutigen Umgebung wachsen, so sollte der universelle Ansatz zugunsten einer dezentraleren und flexibleren Denkweise aufgegeben werden. Auf diesem Wege sollten Veränderungen und Vielfalt der Umgebung in der sie arbeiten bewältigt werden.

Qmarkets: Was ist die größte Herausforderung für Innovationsleader in globalen Unternehmen? Was ist Ihrer Meinung nach, die Lösung?

Dan Toma: Um an vorhin anzuknöpfen müssen die heutigen Führungskräfte anpassungsfähige Unternehmen schaffen. Die größte Herausforderung besteht darin, von einer „monolithischen“ Organisation zu einer anpassungsfähigen Gesellschaft zu wechseln. Der Antrieb dahinter soll die Demut aus dem Verständnis sein, dass heute die einzige Gewissheit die Ungewissheit ist.

In meinen Augen ist die Fähigkeit zur Anpassung an Veränderungen und die Geschwindigkeit dieser „Kurskorrekturen“ der Wettbewerbsvorteil der Zukunft. Dieses Argument wird auch in dem von mir mitverfassten Buch, The Corporate Startup, besprochen.

Wollen sie also in der heutigen Umgebung wachsen, so sollte der universelle Ansatz zugunsten einer dezentraleren und flexibleren Denkweise aufgegeben werden.”

Qmarkets: Wenn Sie irgendeine hypothetische Erfindung in die Realität umsetzen könnten, welche wäre das?

Dan Toma: Das ist vielleicht keine Überraschung, aber ich würde gerne die Realisierung der Teleportation sehen. Es würde mit Sicherheit alles in unserer Gesellschaft verändern, wenn man von 9 bis 5 in Hongkong arbeiten und zum Abendessen zurück in London sein könnte.

Aber jetzt mal im Ernst. Kalte Fusion ist etwas, das Wissenschaftler in Labors schaffen konnten. Doch wir sind noch immer weit von einer kommerziell brauchbaren Lösung entfernt. Kalte Fusion ist interessant, denn es wäre ein Sprung von den derzeitigen erneuerbaren Energiequellen zu etwas Verlässlicherem, das große Auswirkungen für unsere Gesellschaft haben könnte.

Qmarkets: Wo und in welcher Branche sehen Sie die nächste große Welle von Geschäftsdisruption? Was würden Sie Unternehmen raten, um sich „zukunftssicher“ zu machen?

 

Dan Toma ist ein anerkannter Innovationsstratege, Experte für Produktentwicklung, Keynote Speaker und Autor. Derzeit ist er unabhängiger Berater und Mentor bei großen Unternehmen wie Bayer und Den Norske Bank.

 

Dan Toma: Es ist schwer zu sagen, woher oder in welcher Branche die nächste große Disruptionswelle kommen wird. Die heutige Veränderungsrate ist die schnellste seit jeher und gleichzeitig die langsamste, die es je geben wird. Um mögliche Bereiche für Disruption zu identifizieren, betrachte ich im Allgemeinen abnehmende Eintrittsbarrieren, Möglichkeiten für Endnutzervorteile durch Daten-Demokratisierung und die Konsolidierung von Legacy-Playern. All diese Indikatoren deuten auf mögliche Entstehungen neuer Geschäftsmodelle in dieser Branche hin. Geschäftsmodelle, die normalerweise durch eine neue Technologie ermöglicht werden.

Ohne einen Vortrag über das Thema zu halten, wies die Hotellerie Branche alle oben genannten Eigenschaften auf, als Airbnb ins Leben gerufen wurde.

Die Branchen bei denen meiner Meinung nach als nächstes Disruptionen oder massive Veränderungen anstehen, sind die Automobilindustrie, die Energiebranche, sowie Banken-, Versicherungs- und Gesundheitswesen. Um Führungskräften in diesen Branchen eine „zukunftssichere“ Gestaltung ihres Unternehmens zu ermöglichen (obwohl mir dieses Wort nicht gefällt), versuche ich zu einer Kultur kontinuierlichen und iterativen Wandels zu inspirieren. Dies ist nur durch eine unternehmensweite Transformation und mit Unterstützung durch Schulungen und die Entwicklung neuer Fähigkeiten zu erreichen.

Die größte Herausforderung besteht darin, von einer „monolithischen“ Organisation zu einer anpassungsfähigen Gesellschaft zu wechseln. Der Antrieb soll die Demut aus dem Verständnis sein, dass heute die einzige Gewissheit die Ungewissheit ist.”

Qmarkets: Welcher Innovator in der Geschichte inspiriert Sie am meisten?

Dan Toma: Das ist eine wirklich schwierige Frage, da ich nicht an den Mythos des einsamen Genies glaube. Es minimiert die Beiträge der anderen Menschen, die einen Einfluss auf die Erfindung dieser Person hatten. In der Schule beispielsweise lernen wir, wie Bell das Telefon erfunden hat. Aber das wäre ohne die gescheiterten Wiederholungen der gleichen Pläne und die theoretischen grundlegenden Konzepte wie Magnetismus und Elektrizität nicht möglich gewesen.

Fasziniert bin ich eher von Menschen, die das Wissen aus verschiedenen Bereichen zu einem ganz neuen Konzept verbinden. Henri Coanda ist ein gutes Beispiel dafür. 1910 hat er durch die Vereinigung seines Wissens in Chemie, Physik und Ingenieurwesen das erste funktionierende Düsentriebwerk entwickelt und eine weltverändernde Erfindung geschaffen. Ein weiterer interessanter Charakter ist Charles Eames; seine Entwürfe wurden von so vielen scheinbar unzusammenhängenden Feldern inspiriert.

The Corporate Startup: Wie etablierte Unternehmen erfolgreiche Ökosysteme für Innovation schaffen können (mit Dan Toma als Co-Autor). Jetzt auf Amazon erhältlich.

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