Die bemerkenswerten Vorteile von digitalem Brainstorming

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Das falsche Versprechen des traditionellen Brainstormings

1948 veröffentlichte Alex Osborn, ein Partner der berühmten Werbeagentur B.B.D.O. ein Buch mit dem Titel „Your Creative Power“ in dem er seine Geheimnisse mitteilte. Eine Idee aus seinem Buch, die er im Kapitel 33 über „How to Organize a Squad to Create Ideas“ beschrieben hat, wurde später eine der weltweit am häufigsten verwendeten Techniken der Kreativität.

Um innovative Ideen zu schaffen, schlug Osborn vor, dass eine Gruppe von Menschen sich gemeinsam an einem „Brainstorming“ beteiligen, d.h. „das Gehirn zu nutzen, um ein kreatives Problem zu stürmen – und dies im Kommandomodus zu tun, wobei jeder Stürmer das gleiche Ziel angreift. Osborn meinte weiterhin, dass die Gruppe Urteile aufschieben, Quantität anstreben und wilde Ideen ergreifen sollte.

Diese einfache Technik wurde schnell sehr populär, ist weit verbreitet und wird bis heute in Kreativagenturen und Innovationsteams genutzt. Es gibt jedoch ein großes Problem mit Osborns Idee des Brainstormings: Es funktioniert nicht!

digital_brainstorming_doesnt_work Bereits zehn Jahre nachdem Osborn sein Buch veröffentlichte, zeigte eine empirische Studie der Yale-Universität, dass Studierende, die selbstständig an Ideen arbeiteten, in der Lage dazu waren, etwa doppelt so viele Lösungen zu finden, welche als realisierbar und effektiv eingestuft wurden, als Brainstorminggruppen, welche die gleiche Aufgabe hatten. Wie sich herausstellt, zeigt eine überwältigende Anzahl von Beweisen eindeutig, dass Brainstorminggruppen weniger und qualitativ schlechtere Ideen produzieren, als die gleiche Anzahl von Menschen, die alleine Ideen bearbeiten und sie später vereinen.

Warum traditionelles Brainstorming nicht funktioniert

Das Problem beim Brainstorming ist, dass Osborns Kriterien, nämlich Aufschub von Bewertung, Streben nach Quantität und das Ergreifen wilder Ideen oft aufgrund von psychologischen und sozialen Problemen in typischen Brainstorming-Sessions nicht verfolgt werden können. Hier sind einige bekannte Mängel, die bei Gruppen-Brainstorming auftreten:

Zunächst zeigten Studien, dass es für den Menschen schwer ist, bei der Ideenbildung die Angst vor der Bewertung zu beseitigen (auch bezeichnet als Beurteilungserwartung). Dies ist vor allem dann der Fall, wenn eine Brainstorminggruppe aus Managern oder anderen Personen in höheren Positionen besteht, oder wenn das Unternehmen selbst hierarchisch strukturiert ist. Daher werden die Teilnehmer der Brainstorming-Session mit einer niedrigeren Wahrscheinlichkeit wilde Ideen teilen und eher beim Vorhersehbaren bleiben.

Brainstorming über eine digitale Innovationsplattform durchzuführen, beseitigt das Problem der Produktionsblockade und den unfairen Vorteil von extrovertierten oder gesprächigen Menschen, da es jedem ermöglicht wird, seine eigenen Ideen nach Belieben einzubringen.

Zweitens wissen wir aus der Neurowissenschaft, dass introvertierte Menschen Informationen auf einem anderen Weg in ihrem Gehirn verarbeiten als extrovertierte – ein Weg, der als länger und komplexer betrachtet wird. Demzufolge werden Extrovertierte immer einen Vorteil gegenüber Introvertierten im Rahmen einer typischen Brainstorming-Session haben, unabhängig davon, ob ihre Ideen innovativer sind oder nicht. Doch auch Extrovertierte, welche schnell auf äußere Reize reagieren, begegnen oft einem anderen Problem beim Brainstorming, der sogenannten Produktionsblockade. In einer Brainstorming-Session haben wir oft eine Idee die wir nicht sofort zum Ausdruck bringen können, da jemand anderes gerade spricht. Wenn wir anschließend zu Wort kommen, haben wir die Idee oft schon vergessen, denken sie sei überflüssig geworden oder dass sie den bereits genannten Ideen zu ähnlich ist. Das führt dazu, dass es keinen freien Fluss von Ideen gibt und dass einige Ideen in den Köpfen der Teilnehmer verborgen bleiben.

Ein weiteres Problem beim Brainstorming ist, dass unsere Gehirne von Natur aus dazu verdrahtet sind, das Neue zu fürchten und die Ungewissheit zu reduzieren. Neuheit ist in der Regel mit Risiko verbunden, während praktische und vertraute Ideen als sicher angesehen werden. Das führt zu einem überraschenden Paradoxon. Wir lehnen oft verrückte und aufrüttelnde Ideen ab, auch wenn Kreativität das eigentlich gewünschte Ziel ist.

Schließlich funktioniert Brainstorming oft nicht, da große Ideen aus einem evolutionären Prozess entstehen, der einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Kreativität kann schlichtweg nicht geplant werden. Keith Sawyer erklärt in seinem Buch „Zig Zag: The Surprising Path to Greater Creativity“ genauso wie auch Adam Grant in „Originals: How Non-Conformists Move the World“, dass die größten Ideen eine Inkubationsphase erfordern, in der sie in das Unbewusstsein eintreten. Keith Sawyer schreibt in seinem Buch:

“ Erfolgreiche Schöpfer sind in einem fortlaufenden Dialog mit ihrer Arbeit engagiert. Sie notieren das, was in ihrem Kopf ist auf Papier, lange bevor es vollständig ausgereift ist, und sie betrachten und hören, was sie aufgezeichnet haben, bewegen sich im Zickzack, bis die richtige Idee hervortritt. “

 Der psychologische Zustand von Teilnehmern während der verschiedenen Stadien einer Brainstorming-Session

Der psychologische Zustand von Teilnehmern während der verschiedenen Stadien einer Brainstorming-Session1

Digitales Brainstorming: Ideenfindung auf Steroiden

Was wenn wir die Brainstorming-Session in die digitale Welt verlegen? Die preisgekrönten Ideenmanagement und Crowdsourcing Plattformen von Qmarket ermöglichen es Unternehmen digital zu brainstormen. Dadurch werden nicht nur die Mängel des traditionellen Brainstormings beseitigt, sondern gleichzeitig wertvolle Nebenleistungen geschaffen.

Durchführung von Brainstorming über eine digitale Innovationsplattform beseitigt das Problem der Produktionsblockade und des unfairen Vorteils von extrovertierten oder gesprächigen Menschen, da es jedem ermöglicht wird, seine Ideen nach Belieben einzubringen. Darüber hinaus kann die Session so entworfen werden, dass die Anonymität der Teilnehmer sichergestellt ist und somit können sie ihre Angst vor der Bewertung vollständig loslassen, unabhängig davon, wie hierarchisch und starr die Organisation strukturiert ist. Wenn es Teilnehmern ermöglicht wird, im Laufe von beispielsweise drei Tagen Ideen einzubringen, können sie ihre Gedanken zusätzlich im Unbewusstsein verarbeiten und gegeben falls überarbeiten oder erweitern. Somit wird auch der Druck entlastet, der ein bewiesenes Hindernis für kreatives Denken darstellt.

Vorteile zweiter Ordnung von digitalem Brainstorming

 Anzahl der aktiven Teilnehmer während der verschiedenen Phasen einer Brainstorming-Session.

Anzahl der aktiven Teilnehmer während der verschiedenen Phasen einer Brainstorming-Session.1

Aber nicht nur das. Digitales Brainstorming ermöglicht es sehr vielfältigen Gruppen von Menschen, welche auf der ganzen Welt verstreut sind, gemeinsam zu brainstormen. Somit wird etwas freigesetzt, was als einer der Hauptbestandteile von Out-of-the-Box Kreativität und aufrüttelnden Ideen gilt: unbekannten Perspektiven ausgesetzt sein. Forschungen zeigen, dass alternativen Ansichten ausgesetzt zu sein eine größere Kreativität hervorruft, da wir dazu geführt werden, unsere anfänglichen Annahmen und Standpunkte neu zu bewerten. Einfach gesagt, es weckt uns auf. Dies bedeutet zum Beispiel, dass ein Ideenmanagement und Crowdsourcing-Tool wie Q-max von Qmarket einem Unternehmen ermöglicht Menschen aus einer Vielzahl von Disziplinen, Kulturen und Branchen in die digitale Brainstorming-Session miteinzubeziehen.

Wenn eine Organisation ein fortgeschrittenes Ideenmanagement-Tool anwendet, wird dieses entsprechend den genannten Beweisen nicht nur zu innovativeren und erfolgreicheren Ideen führen, sondern auch neuen, vielfältigen Austausch und Verbindungen ermöglichen. Zusätzlich werden die Mitarbeiter bestärkt, indem sie die Möglichkeit erhalten ihre Gedanken und Ideen in ihren eigenen Worten mit einzubringen.

Übrigens, sollten Sie sich um die Aufnahme einer digitalen Brainstorming-Lösung durch ihre Mitarbeiter sorgen, bedenken Sie, dass viele Ihrer Mitarbeiter bereits eigene Ideen und Gedanken mehrmals am Tag über digitale Kanäle wie Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat oder anderen ausdrücken. Ich bin davon überzeugt, dass Alex Osborn, wenn er heute Brainstorming erfinden würde, er die bereits von seinen Kollegen eingesetzten Werkzeuge dazu nutzen würde, um Kreativität so zu fördern, dass seine Kriterien erfüllt sind. Es ist also endlich an der Zeit, diese Technik der Kreativität aus den 1940er Jahren in das heutige digitale Zeitalter zu bringen!

Um mehr darüber zu erfahren, wie Qmarkets Ihre digitalen Brainstorming-Bestrebungen erleichtern kann, kontaktieren Sie uns und erkundigen Sie sich über unsere Innovationsmanagement-Plattform und verschiedene kollektive Intelligence-Lösungen.

1. Perteneder F., Hahnwald S., Haller M., Gaubinger K. (2013) Systematic Integration of Solution Elements: How Does Digital Creativity Support Change Group Dynamics?. In: Kotzé P., Marsden G., Lindgaard G., Wesson J., Winckler M. (eds) Human-Computer Interaction – INTERACT 2013. INTERACT 2013. Lecture Notes in Computer Science, vol 8117. Springer, Berlin, Heidelberg

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